OpenAI expandiert in den Gesundheitssektor und plant, mit der Übernahme eines Start-ups hochsensible persönliche medizinische Daten zu verwalten, um das Gesundheitswesen zu entlasten.
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14. Jän 2026, epmedia

OpenAI: ChatGPT soll künftig persönliche medizinische Daten analysieren

OpenAI expandiert in den Gesundheitssektor und plant, mit der Übernahme eines Start-ups hochsensible persönliche medizinische Daten zu verwalten, um das Gesundheitswesen zu entlasten.

Die KI-Firma OpenAI, bekannt für das Large Language Model GPT, dringt in den Gesundheitssektor vor. Das Unternehmen, dessen Mission es nach eigenen Angaben ist, der Menschheit als Ganzes zu dienen, hat kürzlich „ChatGPT Health“ vorgestellt, einen neuen Gesundheitsdienst. Dieser soll ausgewählten Gruppen in den USA fundierte Antworten auf gesundheitsbezogene Fragen liefern.

OpenAI gab die Übernahme des jungen Gesundheitstechnologie-Start-ups Torch bekannt. Torch entwickelt eine Gesundheits-App, die medizinische Daten aus verschiedenen Quellen wie Laborwerten, Befunden und Fitness-Tracker-Daten bündelt. Ziel ist es, den Nutzern ein umfassendes und verständliches Bild ihrer Gesundheitsdaten zu vermitteln, quasi als „medizinisches Gedächtnis“.

Dem Vernehmen nach investierte OpenAI 60 Millionen US-Dollar in die Übernahme von Torch und weitere 40 Millionen US-Dollar, um die vier Mitarbeiter des Start-ups zu motivieren, zu OpenAI zu wechseln. Dies stellt im Vergleich zu anderen Übernahmen im Technologiesektor einen geringen Preis dar.

Das Investment von OpenAI in den Gesundheitsbereich überrascht nicht, da laut einem internen Bericht vom Januar 2026 über fünf Prozent aller globalen Anfragen an ChatGPT medizinische Inhalte betreffen, was mehr als 40 Millionen Anfragen täglich sind. Die Torch-App nutzt bereits OpenAI-Modelle, und ihre Architektur ermöglicht es OpenAI, eine eigene Plattform für die personalisierte Analyse von Gesundheitsinformationen zu entwickeln.

OpenAI hat in der Übernahmeankündigung erklärt, die gesammelten Daten mit „ChatGPT Health als neue Möglichkeit zum Verständnis und zur Verwaltung der eigenen Gesundheit“ zu verknüpfen. Details zur Umsetzung und zur Vermeidung falscher Informationen sind noch offen. OpenAI hat Ende letzten Jahres die Nutzungsrichtlinien für ChatGPT aktualisiert, wonach der Chatbot nicht mehr für medizinische Konsultationen ohne Fachpersonal verwendet werden darf. Dies wird jedoch eher als Selbstschutz interpretiert.

OpenAI betont die Datenverarbeitung gemäß dem US Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA), wobei die Regeln in der EU strenger sind. Es bleibt unklar, wie die Daten von Torch migriert werden und welche Zustimmungen hierfür erforderlich sind. Kritiker warnen vor einer zunehmenden Machtkonzentration im Gesundheitswesen und der Gefahr, dass Big Tech zu tief in medizinische Prozesse eindringt.

Trotz dieser Bedenken markiert die Akquisition einen Wendepunkt: Torch wird Teil einer globalen KI-Plattform, die Gesundheitswissen Millionen zugänglich machen soll. Für OpenAI ist dies ein weiterer Schritt, KI zu einem zentralen Werkzeug im Gesundheitswesen zu machen, mit allen Chancen und Herausforderungen, die dies mit sich bringt.

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